Wer zahlt für den verspäteten Flug?

Normalerweise steht einem Passagier, der bei einem innereuropäischen Flug bis zu 400 € Entschädigung zu, wenn dieser über drei Stunden Verspätung hatte. Der knifflige Fall einer deutschen Familie ist nun jedoch sogar Stoff für den Europäischen Gerichtshof geworden. Sie reiste mit einem Zwischenstopp auf Gran Canaria nach Fuerteventura. Da sich der erste Flug um einige Minuten verzögerte, konnte das Ehepaar mit den beiden Kindern den zweiten Flug nicht mehr erreichen und kamen mit 14 Stunden Verspätung auf der Urlaubsinsel an.

Das Problem ist, dass beide Flüge zwar beim selben Reiseveranstalter gebucht wurden, aber es sich um unterschiedliche Fluggesellschaften handelte. Bereits die ersten beiden Instanzen sahen die beklagte Airline Tuifly, die den ersten Flug leistete, im Recht. Sie habe nichts mit dem zweiten Flug der anderen Fluggesellschaft zu tun gehabt. Die Familie hätte darüber hinaus das Recht, die Entschädigung beim Reiseveranstalter einzuklagen. Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs steht noch aus.

Michael Kunze

2016-07-24T15:39:25+00:00 Sonntag, 24. Juli 2016|Reiserecht|