Wenn der Arzt fehlerhaft berät – Krebspatient erhält 150.000 € Schmerzensgeld

Es ist der Albtraum eines jeden Risikopatienten: Der Arzt führt eine Vorsorgeuntersuchung durch und begeht einen folgenschweren Fehler. Dieses Unglück geschah einem 63-jährigen Mann, dessen Mutter bereits an Darmkrebs verstarb. Er begab sich im Mai 2009 in Behandlung bei einem Allgemeinmediziner und Internisten, welcher im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung klären sollte, ob der Mann ebenfalls von der Krankheit befallen war. Er führte diverse Untersuchungen durch, die keinen Anlass zur Sorge gaben, unterließ es aber, den Patienten darauf hinzuweisen, dass eine Koloskopie zu genaueren Ergebnissen führen kann.

Der Patient unterzog sich auf eigene Initiative im November 2010 dieser Behandlung, bei welcher der Darmkrebs diagnostiziert wurde. Er klagte gegen seinen Allgemeinmediziner, denn bei einer früheren Durchführung der Koloskopie hätte die Krankheit im Anfangsstadium besser behandelt werden können.

Das Oberlandesgericht Köln entschied zu Gunsten des Klägers und sprach ihm ein Schmerzensgeld in Höhe von 150.000 € zu. Der Arzt, der mit der Vorsorgeuntersuchung betraut ist, muss den Patienten über weiterführende Behandlungsmöglichkeiten informieren und ihm eine Überweisung ausstellen. Da sich beim Kläger kontinuierlich neue Metastasen bilden und schwerwiegende Behandlungen zur Eindämmung der Krankheit nötig sind, ist sein Leben deutlich eingeschränkt. Auch die psychischen Belastungen infolge der Todesangst spiegeln sich in der Höhe des Schmerzensgeldes wider.

Mehr als 14.000 vermutete Behandlungsfehler werden jährlich an den medizinischen Dienst der Krankenkassen gemeldet und die Zahl der Patienten, die sich aufgrund von Beschwerden nach einer Behandlung anwaltlich beraten lassen, steigt kontinuierlich an. Leiden auch Sie unter einer ärztlichen Fehlbehandlung? Ich berate Sie gerne individuell und gebe Ihnen weiterführende Hilfestellung auf dem Weg zu Ihrem Recht.

Mario Hommel (Fachanwalt für Medizinrecht)

2015-03-10T15:38:22+00:00Freitag, 13. März 2015|Medizinrecht|