Vierköpfige Familie darf nicht in Ein-Zimmer-Apartment leben

Dass es in vielen deutschen Großstädten kaum noch bezahlbaren Wohnraum gibt, spiegelt sich auch in Urteilen wie Folgendem wider. Das Amtsgericht München entschied, dass es unzulässig sei, dass ein Ehepaar mit zwei Kindern in einer Wohnung von ca. 26 Quadratmetern lebe. Der Vermieter forderte die Familie erst auf, die Personenanzahl in der Wohnung zu reduzieren und erhob schließlich – als keine Reaktion erfolgte – Räumungsklage. Das Gericht gab dem Vermieter Recht, die Familie muss nun ausziehen. Grund für den Rechtsspruch ist eine Klausel im Mietvertrag, die lediglich eine Nutzung der Wohnung durch zwei Personen erlaubte. Diese wurde durch die Geburt der Kinder 2010 und 2013 überschritten.

Das Gericht führte die Faustregel aus, dass jeder Person einer Familie mindestens 10 Quadratmeter zur Verfügung stehen sollten. Im vorliegenden Fall waren pro Person ungefähr 4 Quadratmeter Wohnraum verfügbar. Der Münchner Mieterverein kritisierte das Urteil scharf. Die Mieter hatten aufgrund der Wohnungsnot keine andere finanzierbare Wohnung gefunden. Darüber hinaus war das Mietobjekt durch die Überbelegung zu keiner Zeit gefährdet gewesen.

Michael Kunze

2016-04-22T15:48:13+00:00Freitag, 22. April 2016|Mietrecht|