Verlobte eines Millionärs wird wegen Totschlags verurteilt

In einem spektakulären Prozess verurteilte das Landgericht München die Verlobte eines Millionärs wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Sie hatte beim Oktoberfest 2015 mit einem Klappmesser auf einen anderen Wiesn-Gast eingestochen, nachdem dieser sich mutmaßlich rassistisch über einen Bekannten der Frau geäußert hatte. Ihre Verteidiger plädierten auf Notwehr und forderten einen Freispruch, hatten allerdings keinen Erfolg damit.

Außergewöhnlich geprägt wurde der Prozess dadurch, dass der Verlobte der Angeklagten mehrfach versucht hatte, Zeugen zu kaufen und zu Falschaussagen zu überreden. Darüber hinaus kritisierte der Vorsitzende Richter auch die Strafverteidiger der Angeklagten für die mangelnde professionelle Distanz und für einen möglicherweise abgekarteten Zeitungsartikel. Fraglich ist noch, ob die Rechtsanwälte in den Bestechungsversuch der Zeugen eingeweiht waren. Die Rechtsanwaltskammer wurde eingeschaltet und muss nun klären, ob seitens der Verteidiger eine Straftat vorliegt.

Michael Kunze (Fachanwalt für Strafrecht – Jena)

2016-08-14T13:56:52+00:00 Sonntag, 14. August 2016|Strafrecht|