Vergleichsvorschlag für Rammstein

Für die deutsche Rockband Rammstein könnte sich ein Ende im Rechtsstreit um das letzte Album „Liebe ist für alle da“ abzeichnen. Die Band klagt gegen die Bundesrepublik Deutschland auf Schadenersatz und Entschuldigung. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hatte den Song „Ich tu dir weh“ sowie eine Illustration im Booklet als verrohend eingestuft und das Album für ein halbes Jahr indiziert. Das Verwaltungsgericht Köln hob die Indizierung danach auf, allerdings mussten in der Zeit über 104000 CDs vernichtet bzw. eingelagert werden.

Das Landgericht Bonn stufte nun das Verbot des Albums als rechtswidrig ein und entwarf einen Vergleichsvorschlag, dem beide Parteien innerhalb eines Monats zustimmen können. Rammstein soll insgesamt 15000 € Schadenersatz erhalten sowie eine Erklärung, dass der Bundesprüfstelle ein Fehler unterlaufen ist. Der Anwalt der Band ließ verlautbaren, dass seine Mandantschaft auch eher an letzterem interessiert sei und grundsätzlich Einigungsbereitschaft bestehe. Ursprünglich hatte Rammstein 70000 € Schadenersatz gefordert.

Manfred Leubecher

2016-06-19T13:56:34+00:00Sonntag, 19. Juni 2016|Zivilrecht|