Vaterschaftsbehauptung ohne Beweis verboten

Wenn eine Mutter einem Mann unterstellt, dass er der Vater ihres Kindes ist, muss sie dies auch beweisen können, entschied das Amtsgericht München kürzlich. Eine Münchnerin lernte 2011 einen Mann aus Saudi-Arabien kennen, der geschäftlich in München unterwegs war und bekam 2012 eine Tochter. In der Vergangenheit behauptete sie immer wieder in den sozialen Medien, dass der Mann auch der Vater ihrer Tochter sei. Dieser wehrte sich gegen den Vorwurf und klagte gegen die Mutter.

Das Gericht gab dem Mann Recht und verlangte von der Mutter, jegliche getätigte Posts im Internet zu diesem Thema zu löschen und keine weiteren Beiträge dieser Art mehr zu verfassen. Somit wiegt in diesem Fall das Allgemeine Persönlichkeitsrecht mehr als das der freien Meinungsäußerung, da der Wahrheitsgehalt nicht nachgewiesen wurde und auch kein öffentliches Interesse an der Behauptung besteht. Da darüber hinaus Bilder des Mannes veröffentlicht wurden, hat dieser einen Anspruch auf Löschung derselben.

Manfred Leubecher

2016-09-30T13:09:11+00:00 Freitag, 30. September 2016|Allgemein|