Unfall beim Schließen des Tores gilt auch als Arbeitsunfall

Grundsätzlich beginnt der Arbeitsunfallschutz, sobald ein Arbeitnehmer durch die Haustür getreten ist und endet mit derselben Handlung nach Dienstschluss. Somit wird auch der Weg zu und von der Arbeit abgesichert, da dieser im Interesse des Arbeitgebers liegt. Ein 64-jähriger Hausmeister rutschte auf dem Hinweg zur Arbeit aus, als er nochmals aus dem Auto ausstieg, um sein Hoftor zu schließen. Aufgrund der vereisten Straße zog er sich eine schwere Verletzung an der Schulter zu. Die Berufsgenossenschaft erkannte den Unfall jedoch nicht als Arbeitsunfall an, da sie den Weg vom Auto zurück zum Tor als zeitlichen Einschnitt in den Weg zur Arbeit empfand.

Das Hessische Landessozialgericht widersprach dem jedoch und argumentierte, dass das Schließen des Tores eine eingeschobene Verrichtung darstellt, die im Zusammenhang mit dem Weg zur Arbeit steht. Da der Weg vom Auto zum Tor nur wenige Meter betrug, sei keine Unterbrechung des Arbeitsweges erkennbar. Die Berufsgenossenschaft wurde verurteilt, den Unfall als Arbeitsunfall anzuerkennen.

Mario Hommel

2016-04-28T19:42:54+00:00Donnerstag, 28. April 2016|Sozialrecht|