Trauerfall ist kein Reiserücktrittsgrund – Stornokosten werden nicht erstattet

Das Amtsgericht München hat kürzlich entschieden, dass ein Trauerfall keine Inanspruchnahme der Reiserücktrittsversicherung rechtfertigt. Eine Frau buchte die Reise für sich und ihren Ehemann bereits im Dezember 2013. Am 30.04.2014 schloss sie nachträglich eine Reiserücktrittsversicherung ab. Am nächsten Tag verstarb ihr Ehemann plötzlich, die Witwe informierte die Versicherung jedoch nicht über den Tod ihres Mannes. Erst am 20.05.2014 stornierte sie die Reise und gab als Grund eine psychosoziale Belastungsstörung aufgrund des Trauerfalles bei der Versicherung an. Diese weigerte sich jedoch, die Stornokosten in Höhe von 3.441,60 € zu zahlen.

Doch auch vor dem Amtsgericht München scheiterte die Witwe mit ihrer Klage. Das Gericht begründete seine Entscheidung dahingehend, dass die Reise sofort nach dem Todesfall storniert werden hätte müssen. Darüber hinaus hätte unverzüglich die Versicherung informiert werden müssen. Abgesehen davon hat die Klägerin keine schwerwiegende Krankheit erlitten, da die Trauer bei einem Todesfall keine unerwartete psychische Störung darstellt, sondern vielmehr eine normale Folge des Versterbens eines nahen Angehörigen ist.

Mario Hommel

2016-03-05T18:37:11+00:00Samstag, 5. März 2016|Reiserecht|