Stärkung der Arbeitsrechte für Ärzte – Wegezeiten sind zu entlohnen

In vielen Branchen werden die Arbeitswege vom Arbeitgeber nicht bezahlt. Anders ist es bei Bereitschaftsärzten, die zu Notfällen ins Krankenhaus fahren müssen, entschied nun das Bundesarbeitsgericht.

Der klagende Oberarzt war durchgängig vom Freitag- bis Sonntagmorgen zur Bereitschaft eingeteilt und wurde zu insgesamt sechs Notfällen gerufen. Da er von zu Hause bis ins Klinikum eine halbe Stunde Fahrtweg hat, rechnete er diese Zeit als zu vergütende Einsatzzeit ab. Der zuständige Landkreis lehnte dies ab, verlor jedoch in der letzten Instanz.

Das Bundesarbeitsgericht begründete seine Entscheidung damit, dass derartige Einsätze für den Träger des Klinikums verteuert werden sollen, damit die Bereitschaftsärzte nicht übermäßig in Anspruch genommen werden. Außerdem sieht das Gericht den Arbeitsweg für Bereitschaftsärzte als Erschwernis, welches bezahlt werden muss. (Bundesarbeitsgericht vom 20.08.2014, 10 AZR 937/13)

2015-03-16T12:15:50+00:00 Montag, 16. März 2015|Arbeitsrecht|