Schwarzfahren bleibt auch mit Ankündigung strafbar

Das Gerücht, dass man für eine Bahnfahrt ohne Fahrkarte nicht bestraft werden kann, wenn man vor Fahrtantritt offen bekannt gibt, dass man nicht beabsichtigt den Fahrtpreis zu entrichten, hält sich seit vielen Jahren hartnäckig. Dennoch wurde ein Mann kürzlich vom Oberlandesgericht Köln verurteilt, eine Strafe in Höhe von 200 € zu zahlen. Er stieg mit einer Mütze in den Zug, auf der die Aufschrift „Ich fahre schwarz“ zu lesen war.

Das Gericht verurteilte ihn genau wie die vorherigen Instanzen zur Zahlung der Strafe. Begründet wird dies damit, dass sich der Mann bei Fahrtantritt sofort einen Sitzplatz suchte und sich keinem Fahrkartenkontrolleur mit seiner Absicht der Schwarzfahrt präsentierte. Damit erweckte er den Anschein, dass er die Voraussetzungen einer Beförderung erfülle. Ob andere Fahrtgäste die Aufschrift wahrnehmen könnten, sei unerheblich, denn diese wären nicht dafür verantwortlich, einen Schwarzfahrer an seiner Tat zu hindern.

Michael Kunze – Fachanwalt für Strafrecht (Jena)

2015-09-30T13:57:11+00:00Mittwoch, 30. September 2015|Strafrecht|