Polizeihund beißt bei Festnahme – Schadenersatz gerechtfertigt

Wenn Polizeihunde bei einem Zugriff eingesetzt werden, müssen diese vom Hundeführer jederzeit unter Kontrolle gehalten werden. Ein Biss bleibt zwar in den meisten Fällen ohne Konsequenzen, wenn er zur Ergreifung eines Verdächtigen notwendig ist, mehrere Verletzungen allerdings nicht. So entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe und sprach einem 14-jährigen Kläger Schmerzensgeld und Schadenersatz in Höhe von 2.500 € zu.

Der Kläger wurde angetrunken am Ort eines Raubüberfalles von den Beamten aufgefunden und sollte als Verdächtiger verhaftet werden. Der Jugendliche floh allerdings und rechtfertigte damit den Einsatz des Polizeihundes. Dieser setzte den Jungen mit mehreren Bissen in Arme, Beine und Rücken außer Gefecht. Zu der Straftat vor Ort hatte der Kläger allerdings keine Verbindung. Er musste aufgrund seiner Verletzungen für mehrere Wochen in Behandlung und konnte seine Hände nicht benutzen. Die Richter sprachen aber auch dem Kläger eine Mitschuld zu, weswegen die zugesprochene Summe nicht dem geforderten Betrag entsprach.

Manfred Leubecher

2015-07-03T17:40:54+00:00Freitag, 3. Juli 2015|Strafrecht, Zivilrecht|