Notwehr – Polizist bricht einer Frau die Nase

Bei einer gewöhnlichen Routinekontrolle stellte ein Motorradpolizist fest, dass eine Frau mit ihren drei Kindern im Auto entgegen der Richtung der Einbahnstraße fuhr und hielt sie an. Er bot ihr eine Strafzahlung in Höhe von 20 € an, die Frau gebärdete sich jedoch hysterisch und verweigerte die sofortige Zahlung. Als der Polizist schließlich nach der Aufnahme des Verstoßes auf sein Fahrzeug stieg, packte ihn die Frau von hinten an der Schulter, sodass der Mann mit seinem Motorrad umzukippen drohte. In Notwehr schlug er ihr ins Gesicht und brach ihr dabei die Nase.

Die Frau klagte auf Schmerzensgeld und beschuldigte den Polizisten der Körperverletzung im Amt. Sie bekam jedoch vor dem Amtsgericht Düsseldorf kein Recht, da der Gesetzeshüter in seiner angreifbaren Position unmittelbar vor dem Anfahren verwundbar war. Er war somit gezwungen, sich zu wehren, wobei es keinen Unterschied machte, ob der Angreifer eine Frau oder ein Mann gewesen wäre. Da der Polizist aus dem Augenwinkel lediglich erkennen konnte, dass die Frau mit hochrotem Gesicht und ihrer bereits vorher hysterischen Art auf ihn zukam, musste er präventiv eingreifen.

Michael Kunze (Fachanwalt für Strafrecht – Jena)

2016-08-05T19:36:41+00:00 Freitag, 5. August 2016|Strafrecht, Zivilrecht|