Neunjährige muss kein Schmerzensgeld zahlen

Unfälle zwischen Kindern sind ein Resultat des kindlichen Spieltriebs. Ein Schmerzensgeldanspruch gegenüber einem solchen kann daher nicht durchgesetzt werden, entschied das Landgericht Hannover. Ein neunjähriges Mädchen wurde von einem elfjährigen Jungen nach einem Badeunfall im Schwimmbad auf ein Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 € verklagt. In der Wasserrutsche bildeten die beiden Kinder einen sogenannten „Stau“. Der Junge behauptete, dass das Mädchen ihn anschließend gegen seinen Willen am Bein festgehalten und ihm am Ende der Rutsche einen Stoß gegeben habe. Beim Aufprall auf dem Beckenboden brachen dem Elfjährigen beide mittleren Schneidezähne ab.

Die Eltern des Jungen machten sowohl das Schmerzensgeld als auch den Eigenanteil der Zahnarztrechnung für die Überkronung der Zähne gegenüber dem Mädchen geltend. Das Gericht wies die Klage jedoch ab und argumentierte, dass eine Neunjährige insbesondere beim Spielen nicht immer besonnene Entscheidungen treffen kann. Gerade in Gruppen lassen sich Kinder von der Gemeinschaft mitreißen und treffen keine bewussten Entscheidungen. Das nötige Verantwortungsbewusstsein ist in dem Alter noch nicht vollständig ausgebildet.

Manfred Leubecher

2016-02-14T17:16:58+00:00Sonntag, 14. Februar 2016|Zivilrecht|