„Negerkuss“ zieht Kündigung nach sich

Das Unternehmen Thomas Cook geriet kürzlich in einen Shitstorm. Der Grund: Die Firma kündigte einem langjährigen Mitarbeiter fristlos, nachdem er bei einer schwarzen Kantinenmitarbeiterin einen „Negerkuss“ bestellte. Thomas Cook argumentierte, dass dies kein Einzelfall war, sondern eine fortgesetzte Provokation über einen längeren Zeitraum. Dennoch hatte sich der Mitarbeiter nie etwas zuschulden kommen lassen, sodass er eine Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht Frankfurt einreichte.

Das Gericht gab dem Gekündigten Recht. Ein solcher Vorfall rechtfertige weder eine fristlose noch eine ordentliche Kündigung, wenn vorher keine Abmahnung ausgesprochen wurde. Die Reaktion des Arbeitgebers sei deutlich unverhältnismäßig gewesen. Ein Sprecher des Unternehmens gab bekannt, dass erst die Urteilsbegründung abgewartet werden wird, bevor ein Rechtsmittel zur Sprache kommt. Dennoch betonte Thomas Cook, dass sich die Firma als multikulturelles Unternehmen von derartigen Diskriminierungen distanziert.

Manfred Leubecher

2016-07-23T15:04:36+00:00Samstag, 23. Juli 2016|Arbeitsrecht|