Medizinischer Eingriff ohne Alternative – Schadensersatz abgelehnt

Ein gewisses Risiko beinhaltet jede Operation, dessen sollten sich alle Patienten bewusst sein. Wenn diese Operation jedoch der einzige Weg ist, um das Leiden zu beenden, dann muss das Krankenhaus nicht für eine Infektion der Wunde haften. Damit gab das Oberlandesgericht Hamm einem beklagten Klinikum recht, dass sich darauf berief, dass die Alternativen zur Operation wesentlich riskanter gewesen wären.

Der Kläger verlangte Schmerzensgeld und Haushaltsführungsschaden, nachdem sich seine Operationswunde nach der Behandlung seines Nabelbruchs entzündete. Er beschwerte sich, dass er vor dem Eingriff nicht ausreichend über dieses Risiko aufgeklärt wurde. Der Operation hätte er sonst nie zugestimmt. Das Gericht gab ihm zwar Recht, dass die Aufklärung nicht korrekt durchgeführt wurde, war aber auch der Meinung, dass der Kläger aufgrund mangelnder Alternativen dem Eingriff trotzdem zugestimmt hätte. Bei einer Herauszögerung der Nabeloperation hätte sich der Zustand des Klägers stärker verschlechtert als durch die Folgen des Eingriffs. Ob die Infektion durch mangelnde Hygiene des Krankenhauses entstand, konnte der Kläger nicht beweisen.

Wenn Sie sich nicht sicher sein sollten, ob bei Ihnen ein Behandlungsfehler vorliegt, sollten Sie dennoch einen unabhängigen Arzt und anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Ich berate Sie gerne zu diesem Thema und setze Ihre Interessen auch gerichtlich durch.

Mario Hommel (Fachanwalt für Familienrecht Mühlhausen)

2015-03-16T12:17:31+00:00 Freitag, 20. März 2015|Medizinrecht|