Massentötung von Küken verstößt nicht gegen das Gesetz

Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen entschied am letzten Freitag über eine sehr umstrittene Klage zweier Kükenbrütereien gegen den Erlass der Landesregierung, der das Schreddern von frisch geschlüpften männlichen Küken verbot. In der Praxis werden männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen bei lebendigem Leib geschreddert, da es in der Nahrungsindustrie keine Verwendung für sie gibt. Sie setzen verglichen mit weiblichen Küken weniger Fleisch an und dienen auch nicht zur Eiergewinnung.

Die Richter gaben der Klage statt und argumentierten, dass das Töten der männlichen Küken ein unvermeidbarer Prozess zur Versorgung der Gesellschaft mit Nahrungsmitteln ist. Da für Hähne nur ein geringer Absatzmarkt besteht und bislang keine zuverlässigen Innovationen getestet wurden, die eine Geschlechtserkennung bereits im Ei ermöglichen, ist die Massentötung unumgänglich. In Deutschland werden durchschnittlich 45 Millionen Küken jährlich geschreddert.

Manfred Leubecher

2016-05-20T19:45:41+00:00Mittwoch, 25. Mai 2016|Verwaltungsrecht|