Lieferzeit-Lügen sind bei Onlineshops wettbewerbswidrig

„Nur noch wenige Artikel auf Lager“ – Dieser Satz vermittelt in Onlineshops den Eindruck, dass das Produkt in Kürze ausverkauft und ein sofortiger Zuschlag ratsam ist, damit man nicht leer ausgeht. Ein Händler nutzte diese Phrase jedoch, obwohl er den betreffenden Artikel gar nicht mehr auf Lager hatte. Nach der Bestellung informierte er den Kunden, dass die Lieferzeit von 2-4 Tagen daher nicht eingehalten werden könne. Dieser reichte Klage beim Landgericht Bochum ein, welches das Geschäftsgebahren des Online-Händlers als wettbewerbswidriges Lockangebot einstufte.

Das Oberlandesgericht Hamm stimmte dem erstinstanzlichen Urteil zu und wies die Berufung des Beklagten ab. In der Begründung führte es aus, dass eine solche Kennzeichnung als knapper Artikel nur dann zulässig ist, wenn der Händler noch Waren auf Lager hat oder diese schnell besorgen kann.

Mario Hommel

2015-10-24T15:47:44+00:00 Samstag, 24. Oktober 2015|Zivilrecht|