Kürzung des Mindestlohns bei Krankheit und Urlaub unzulässig

Noch immer versuchen viele Arbeitgeber in Deutschland sich trotz Mindestlohngesetz um die uneingeschränkte Zahlung desselben zu drücken. So entschied das Bundesarbeitsgericht kürzlich, dass auch Krankheits-, Urlaubs- und Feiertage mit dem Mindestlohn bezahlt werden müssen. Die Klägerin, eine Angestellte im pädagogischen Bereich, wurde von ihrem Arbeitgeber lediglich für ihre tatsächlich geleistete Arbeitszeit mit dem Mindestlohn vergütet.

Dieses Urteil ist ein Schritt in die richtige Richtung und federführend für die Zukunft im Arbeitsrecht. Viele Sachverhalte wurden im Mindestlohngesetz nicht ausreichend festgelegt, sodass sich die Rechtslage nun nach solchen Urteilen vorrangig ergibt. Nicht nur die Entgeltfortzahlung ist streitig vor den Arbeitsgerichten, sondern auch die Zahlung von Zuschlägen, Zulagen oder die Beschäftigung von Praktikanten.

Manfred Leubecher (Rechtsanwalt für Arbeitsrecht – Mühlhausen)

2015-05-18T17:58:20+00:00Montag, 18. Mai 2015|Arbeitsrecht|