Kündigung wegen Fettleibigkeit zulässig?

Der Arbeitnehmer sei aufgrund seines Gewichts von 200 kg nicht mehr in der Lage, seine arbeitsvertraglichen Pflichten zu erfüllen. Die körperlich schwere Arbeit im Garten- und Kanalbaubetrieb wäre für den adipösen Mitarbeiter nicht mehr möglich, argumentierte der Arbeitgeber, als er seinen seit 30 Jahren zum Unternehmen gehörenden Arbeitnehmer kündigte. Darüber hinaus gäbe es keine Sicherheitskleidung mehr, die dem Mann passen würde. Der Arbeitnehmer wehrte sich gegen die Kündigung, scheiterte aber in der ersten Instanz.

Vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf erreichte er jedoch zumindest einen Vergleich. Er ist nun verpflichtet, seinen Arbeitgeber regelmäßig über sein Gewicht zu informieren und muss sich bemühen, abzunehmen. Im Gegenzug wird er weiter im Unternehmen beschäftigt. Seinen guten Willen bewies der Mann, indem er während seiner letzten Kur bereits zwölf Kilogramm verlor. Die Richterin wies jedoch darauf hin, dass es dem Unternehmen nicht zuzumuten sei, den Mann bei bleibendem Gewicht noch bis zur Rente zu beschäftigen. Die dauerhafte Erkrankung ist generell das Problem des Arbeitnehmers.

Manfred Leubecher

2016-07-30T15:32:12+00:00Samstag, 30. Juli 2016|Arbeitsrecht|