Krankenkasse muss Cannabis-Medizin bezahlen

Die Barmer GEK lehnte den Antrag eines Versicherten ab, dem medizinisches Cannabis zur Schmerztherapie nach einem Unfall verschrieben wurde. Die Krankenkasse befragte zu diesem Fall den Medizinischen Dienst der Krankenkassen und verneinte eine Versorgung des Patienten nach zweieinhalb Monaten. In der Begründung ließ sie verlautbaren, dass es sich bei den Cannabisblüten um kein Medikament im herkömmlichen Sinne handeln würde und dem Versicherten andere Arzneien zur Verfügung stünden.

Hiergegen klagte das Unfallopfer und bekam vor dem Sozialgericht Dortmund Recht. Da jede Krankenkasse innerhalb von fünf Wochen über einen Antrag ihres Versicherten entscheiden muss, war die Ablehnung nicht mehr fristgerecht. Dabei ist es laut dem Gericht unerheblich, ob eine generelle Cannabis-Versorgung durch die Krankenkasse zu gewährleisten ist oder nicht. Durch das Versäumnis der Frist ist die sogenannte Genehmigungsfiktion eingetreten und jegliche Einwendung ausgeschlossen.

Mario Hommel

2016-02-07T16:30:47+00:00Sonntag, 7. Februar 2016|Sozialrecht|