Krankenkasse darf nicht über individuelles Trinkverhalten entscheiden

Eine gesetzliche Krankenversicherung limitierte die tägliche Versorgung eines Patienten mit Kathetern auf sechs Stück täglich mit der Begründung, dass die beantragte Menge von acht Kathetern aufgrund eines höheren Trinkbedürfnisses unverhältnismäßig sei. Der 39-Jährige ist aufgrund eines Motorradunfalls querschnittsgelähmt und verlor eine Niere. Um seinen Anspruch durchzusetzen, erhob er beim Sozialgericht Dresden Klage und bekam Recht.

Die Richter argumentierten, dass die Menschenwürde verletzt wäre, wenn die Krankenkasse von den Durchschnittswerten der täglichen Flüssigkeitsaufnahme ausgehen würde. Der Patient habe darüber hinaus ein Recht auf Sicherheit, in Folge dessen er die zum Katheter gehörenden Bettbeutel im Volumen nicht komplett ausnutzen muss. Der Mann bekam die zwei zusätzlichen Katheter vom Gericht zugesprochen.

Mario Hommel

2016-03-13T14:42:37+00:00Sonntag, 13. März 2016|Sozialrecht|