Körperverletzung bei Karnevalsfeier – Kündigung ist rechtmäßig

Ein als Al Capone verkleideter Versicherungsmitarbeiter musste kürzlich erkennen, dass Firmenfeiern nicht immer lustig enden. Der an einer Angststörung leidende Schwerbehinderte wurde von mehreren Karnevalsfrauen belagert, die ihm seine Krawatte traditionell abschneiden wollten. Die Scheren und ein Kollege, der als Clown verkleidet war, versetzten den Arbeitnehmer derartig in Panik, dass er diesem sein Bierglas ins Gesicht stieß. Das Opfer musste sich seine Splitter medizinisch aus der Stirn entfernen lassen und der Täter erhielt die fristlose Kündigung.

Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf bestätigte das Urteil aus der ersten Instanz, nach dem die Kündigung rechtens war und verweigerte die Möglichkeit der Revision gegen diese Entscheidung. Auch wenn der Arbeitnehmer sich in seinen 28 Jahren Betriebszugehörigkeit nie etwas zuschulden kommen ließ und sich bei dem Opfer entschuldigte, hielt das Gericht nach Auswertung der Kameraüberwachung an seiner Auffassung fest.

Manfred Leubecher (Rechtsanwalt für Arbeitsrecht – Mühlhausen)

2015-12-28T17:06:20+00:00 Montag, 28. Dezember 2015|Arbeitsrecht|