Kirmesbetrieb haftet für Unfälle – Verlegte Leitungen müssen abgedeckt werden

Bei der Kirmes kann es mitunter schon mal chaotisch zugehen, insbesondere durch zahlreiche Wagen, die mit Strom- und Wasserleitungen verbunden werden. Meistens sind die Kabel sorgfältig verlegt oder eventuelle Stolperfallen abgedeckt. Bei einer 56-jährigen Frau aus Kamen war dies nicht der Fall. Sie stürzte über eine Leitung, die direkt vor ihrer Haustür verlegt worden war und zog sich einen Oberschenkelhals- und einen Armbruch zu.

Sie klagte gegen den Kirmesveranstalter und forderte 40.000 € Schadensersatz und Schmerzensgeld, unterlag jedoch vor dem Landgericht. Im Berufungsverfahren gab ihr das Oberlandesgericht Hamm jedoch teilweise Recht. Der Kirmesbetrieb hatte ganz offensichtlich die Verkehrssicherheitspflicht verletzt, als er die Kabel ungesichert verlegte. Dennoch sprach das Gericht der Klägerin eine hälftige Mitschuld zu, da die Leitungen bereits einige Tage vor ihrer Tür verlegt waren, bevor sie stolperte. Die Gefahrenquelle müsste ihr also bekannt gewesen sein. Wie viel Schadensersatz und Schmerzensgeld die Klägerin nun bekommt, wird in einem separaten Verfahren ermittelt.

Mario Hommel

2015-05-27T19:19:27+00:00 Mittwoch, 27. Mai 2015|Zivilrecht|