Keine verlängerte Bestattungsfrist wegen aufwendiger Trauerfeier

Eine bedeutende Person benötigt eine ebenso bedeutende Abschiedsfeier im Todesfall, so argumentierte eine Witwe in ihrem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht Ansbach vor Kurzem. Ihr Ehemann sei eine solch exponierte Persönlichkeit gewesen, dass Trauergäste aus der gesamten Welt an der Beerdigung teilnehmen wollten. Die Organisation dieses Tages sollte jedoch rund vier Wochen dauern. Dem entgegen stand die reguläre gesetzliche Bestattungsfrist von 96 Stunden nach Todeszeitpunkt. Die Witwe beantragte aus diesem Grund die Genehmigung, dass dem Leichnam ihres Mannes Chemikalien zur Konservierung gespritzt werden dürfen.

Das Verwaltungsgericht lehnte diesen Antrag ab. Das sittliche Empfinden der Allgemeinheit sowie die Würde des Verstorbenen würden durch eine so lange herausgezögerte Beerdigung verletzt werden. Darüber hinaus äußerte die Stadt Bedenken, dass die Chemikalien im Körper Boden und Grundwasser belasten könnten. Der Verstorbene wurde zwischenzeitlich beerdigt.

Manfred Leubecher

2016-04-10T14:55:40+00:00Sonntag, 10. April 2016|Verwaltungsrecht|