Keine Haftung für schlecht gestochenes Tattoo

Sich die Namen seiner Kinder tätowieren zu lassen, ist unter Müttern nicht unüblich. Fraglich ist allerdings, wer für den Schaden haften muss, wenn das Tattoo nicht wie gewünscht aussieht. So wollte eine Mutter gegen ein Augsburger Tattoostudio klagen, weil ihr Tattoo nach eigenen Angaben unscharf und ungleichmäßig gestochen aussah. Das Amtsgericht Augsburg verweigerte ihr jedoch die beantragte Prozesskostenhilfe für das Verfahren. Hiergegen legte sie Beschwerde beim Landgericht Augsburg ein.

Auch hier hatte sie keinen Erfolg. Die Richter argumentierten, dass das Tattoo auf einem bei Facebook geposteten Bild objektiv mangelfrei aussehen würde. Darüber hinaus könne bei Tattoos generell nie vorhergesehen werden, wie das Endergebnis sein wird. Das Studio hatte die Frau außerdem darauf hingewiesen, dass sich das Motiv bei der Heilung und der Alterung der Haut verändern könnte. Da ihr die finanzielle Unterstützung verweigert wurde, verzichtete die Mutter auf eine Klage.

Mario Hommel

2016-07-23T21:33:53+00:00Samstag, 23. Juli 2016|Zivilrecht|