Keine Entschädigung für Sicherungsverwahrung

1997 erwürgte ein 19-Jähriger eine Joggerin und verging sich an ihr. Nachdem er seine zehnjährige Jugendhaftstrafe verbüßt hatte, verhängte das Landgericht Regensburg eine Sicherungsverwahrung. 2013 trat ein neues Gesetz in Kraft, das unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht, die Sicherungsverwahrung aufzuheben. Der Täter verlangte 44.500 € Entschädigung für die angeordnete Sicherungsverwahrung, das Gericht wies seine Forderung jedoch ab.

Das Gericht legte seiner Entscheidung ein aktuelles psychiatrisches Gutachten zu Grunde, in welchem beim Täter eine sexuell sadistische Störung diagnostiziert wurde. Der Richter schätzte die Gefahr einer Wiederholungstat als sehr hoch ein und wies den Anspruch des Mannes daher ab. Somit war auch die Rechtsgrundlage eindeutig, nach der damals über die Sicherungsverwahrung entschieden wurde.

Michael Kunze (Fachanwalt für Strafrecht – Jena)

2016-07-31T20:18:25+00:00Sonntag, 31. Juli 2016|Strafrecht|