Kein Urnenumzug bei neuem Wohnort

Das Recht auf Totenruhe wiegt stärker als das Recht eines Angehörigen auf Totenfürsorge, entschied kürzlich das Verwaltungsgericht Ansbach. Eine Frau hatte auf ihr Recht geklagt, die Urne ihrer vor zehn Jahren bestatteten Mutter nach Thüringen in ihren neuen Wohnort zu überführen. Beide Frauen stammen aus der Region, waren aber schon vor der Wiedervereinigung nach Bayern gezogen. Die Kirchenstiftung hatte den Antrag der Tochter aus Gründen der Pietät und Verstoß gegen sittliche und religiöse Befindlichkeiten abgelehnt.

Das Verwaltungsgericht gab der Stiftung Recht. Dass die Mutter bereits zu Lebzeiten geäußert hatte, dass sie bei einem Umzug in die Heimat überführt werden möchte, überzeugte die Richter nicht. Auch der Einwand der Tochter, dass die Totenfürsorge durch die Entfernung von ca. 270 Kilometern stark eingeschränkt ausübbar wäre, änderte nichts an der Entscheidung. Lediglich bei wichtigen Gründen wäre eine Ausnahme möglich gewesen. Diese lagen jedoch nicht vor.

Manfred Leubecher

2016-08-27T09:36:28+00:00Samstag, 27. August 2016|Verwaltungsrecht|