Kein Schadenersatz für S-Klasse-Fahrer

Ein großes Auto erfordert manchmal besondere Sicherheitsmaßnahmen, musste ein Coburger Mercedes-Fahrer nach dem von ihm angestrebten Prozess vor dem Landgericht erfahren. Er war in einer Waschstraße gegen eine Palette Pflastersteine gefahren, die neben einer abgesperrten Baustelle gelagert wurden. Vom Besitzer der Waschstraße und dem Bauunternehmer forderte er Schadenersatz – den er allerdings nicht zugesprochen bekam.

Als Begründung führte der Richter aus, dass der Fahrer eines Autos selbst verpflichtet sei, den Überblick über etwaige Gefahrensituationen zu behalten. Wenn dieses zu groß und zu tief gelegt sei, um einen riskanten Bereich wie beispielsweise rund um eine Baustelle einzusehen, so muss der Fahrer notfalls auch aussteigen. Ein größeres Fahrzeug rechtfertigt eine größere Sorgfaltspflicht. Darüber hinaus wäre der Fahrer verpflichtet gewesen, in der betreffenden Zone im Schritttempo zu fahren, was er jedoch nicht tat. Somit wäre auch der Schaden wesentlich geringer gewesen.

Michael Kunze

2016-08-28T15:40:22+00:00Sonntag, 28. August 2016|Zivilrecht|