Kein Apothekenwahlrecht für Patienten bei Exklusivverträgen

Das Bundessozialgericht entschied kürzlich über eine heiß debattierte Streitfrage bezüglich der Medikamentenversorgung. Gemäß dem Urteil vom 25. November 2015 hat eine hessische Krankenkasse nun das Recht, Exklusivverträge zur Medikamentenversorgung mit lokalen Apotheken abzuschließen. In diesem speziellen Fall dürfen sie dann als ausschließlicher Lieferant Chemotherapie-Infusionen an Arztpraxen anbieten. Im Gegenzug muss die Krankenkasse eine bestimmte Mindestabnahmemenge garantieren.

Da dieses Urteil von grundsätzlicher Bedeutung ist, wird das Apothekenwahlrecht bundesweit in der Zukunft Änderungen erfahren. Während sich die Apotheken früher auf dieses Recht beriefen und ihre Medikamente deutlich teurer an Arztpraxen verkauften, wird der Marktpreis nun härter umkämpft sein.

Mario Hommel

2017-03-24T07:57:52+00:00 Samstag, 28. November 2015|Arzneimittelrecht, Medizinrecht, Sozialrecht|