Kein Anspruch auf vegane Schulspeisen

Kantinen und Mensen haben heute ein breit gefächertes Wahlangebot und bieten darüber hinaus für zahlreiche Minderheiten spezielle Gerichte an. Dem Vater eines 9-jährigen Mädchens, welches eine Berliner Gesamtschule besucht, reicht das allerdings nicht aus. Er argumentierte, dass sich seine Tochter aus ethischen Gründen vegan ernähren würde und forderte in einer Klage, dass die Schule verpflichtet sei, täglich ein solches Gericht anzubieten. Das Verwaltungsgericht Berlin verweigerte dem Vater für das gerichtliche Verfahren jedoch die Prozesskostenhilfe.

Die Richter sahen keine Erfolgsaussichten für die Klage gegeben, da schlicht kein Anspruch auf veganes Schulessen bestehe. Sie argumentierten, dass jede Schule nach eigenem Ermessensspielraum über die Ernährung in der Mensa entscheiden könne. Die Schule des Mädchens orientierte sich bei der Planung an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die die Maßstäbe für die Schulverpflegung stellt. Da die Tochter des Klägers die Möglichkeit hat, sich selbst veganes Mittagessen mitzubringen und vor Ort aufzuwärmen oder sich veganes Essen liefern lassen könnte, hat die Klage keine Aussicht auf Erfolg.

Manfred Leubecher

2016-05-19T22:02:24+00:00Donnerstag, 19. Mai 2016|Verwaltungsrecht|