Beim Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech tut sich gerade an mehreren juristischen Fronten einiges. Das Unternehmen geht in den USA aggressiv gegen den Konkurrenten Moderna vor und muss gleichzeitig den Abgang einer zentralen Figur aus der eigenen Rechtsabteilung verkraften. Abseits dieser juristischen Scharmützel liefert die Pharma- und Gesundheitsbranche aber auch ganz handfeste neue Erkenntnisse aus der medizinischen Praxis.
Eskalation im mRNA-Patentstreit
Der Kampf um lukrative mRNA-Patente geht in die nächste Runde. Erstmals hat BioNTech nun selbst eine Verletzungsklage gegen Moderna eingereicht. Vor einem Gericht im US-Bundesstaat Delaware wirft das deutsche Unternehmen dem Konkurrenten vor, für dessen neuen Corona-Impfstoff „mNEXSPIKE“ unrechtmäßig ein patentiertes, optimiertes mRNA-Design von BioNTech zu nutzen. Diese spezielle Technologie sorgt eigentlich für eine höhere Stabilität des Vakzins bei gleichzeitig geringerer Dosierung. Für Moderna steht bei dem Verfahren einiges auf dem Spiel, denn mNEXSPIKE soll Prognosen zufolge in dieser Saison rund 55 Prozent der Covid-Umsätze des US-Konzerns generieren. BioNTech ist übrigens schon der elfte Patentinhaber, der im Zusammenhang mit Covid-19-Impfstoffen rechtliche Schritte einleitet.
Personalkarussell: Eckhoff zieht es in die Großkanzlei
Während BioNTech in den USA klagt, formiert sich das juristische Team hierzulande neu. Hannah Eckhoff, bislang Director Legal Dispute Resolution bei den Mainzern, verlässt das Unternehmen nach LTO-Informationen voraussichtlich im Februar. Für die 38-Jährige ist der Wechsel eine Rückkehr auf sehr vertrautes Terrain. Sie schließt sich als Partnerin der Kanzlei Herbert Smith Freehills Kramer an, wo sie bereits in den Jahren 2015 und 2016 als Referendarin erste Erfahrungen sammelte.
Die Großkanzlei, die seit einer Fusion im Juni 2025 unter diesem Namen firmiert, stärkt mit dem Neuzugang gezielt ihre Praxis für Streitbeilegung am Frankfurter Standort. Eckhoff war vor ihrer Zeit bei BioNTech über sieben Jahre lang für Freshfields tätig, zuletzt als Principal Associate. Sie gilt als ausgewiesene Expertin für Banken- und Handelsstreitigkeiten, weshalb ihre Mandanten vornehmlich aus der Finanzdienstleistungs-, Pharma-, Industrie- und Automobilbranche stammen. Kai Liebrich, der deutsche Managing Partner von HSF Kramer, lobte Eckhoff bereits als hervorragende Prozessanwältin, die vor allem im Finanzsektor wertvolle Erfahrung mitbringe. Die Kanzlei wächst am deutschen Markt ohnehin stetig und ist mit über 90 Anwältinnen und Anwälten in Frankfurt und Düsseldorf vertreten. Erst im vergangenen Herbst holte man zudem den ehemaligen Interpol-Generalsekretär Prof. Dr. Jürgen Stock als anwaltlichen Berater an Bord.
Apotheken als Stütze der Gesundheitsversorgung
Ganz unabhängig von Patent- und Personalfragen zeigt eine aktuelle Studie bemerkenswerte Entwicklungen in der direkten Gesundheitsversorgung. Das sogenannte PRIME-Programm belegt eindrucksvoll, dass lokale Apotheken eine absolute Schlüsselrolle bei der metabolischen Gesundheit spielen können. Forscher veröffentlichten im Fachjournal „Research in Social and Administrative Pharmacy“ Ergebnisse, wonach Patienten ihre Abnehmziele wesentlich effizienter erreichen, wenn sie gezielt unterstützt werden. Bekommen sie einen Apotheker als Gesundheitscoach an die Seite gestellt und nutzen begleitend eine mobile Tracking-App, ist die Wahrscheinlichkeit für einen klinisch relevanten Gewichtsverlust von fünf Prozent glatt doppelt so hoch.