In der Nazi-Zeit versteigertes Bild rechtfertigt keinen Schadenersatz

Zur Zeit des Hitler-Regimes versuchten viele Juden ihre Besitztümer zu verkaufen, um mit dem Geld außer Landes zu fliehen. Aus diesem Grund ließ ein jüdischer Kunsthändler 1937 ein wertvolles Gemälde von Ludovico Carracci beim Kölner Kunsthaus versteigern. Das Auktionshaus verkaufte dieses anschließend an eine New Yorker Gesellschaft. Als die amerikanischen Kunsthändler 2009 bemerkten, dass das Gemälde von den Erben des jüdischen Kunsthändlers gesucht wurde, gaben sie es zurück.

Gleichzeitig klagten sie jedoch gegen das Kölner Auktionshaus auf Schadenersatz mit der Begründung, dass sie das Gemälde nach amerikanischem Recht hätten zurückgeben müssen. Wie auch das Landgericht Köln wies das Oberlandesgericht Köln die Klage ab. Auch nach amerikanischem Recht bestand nie ein Anspruch auf Herausgabe des Kunstwerkes. Die New Yorker Gesellschaft war rechtmäßig zum Eigentum des Bildes gelangt. Die Revision zum Bundesgerichtshof wurde nicht zugelassen.

Michael Kunze

2016-07-10T20:05:17+00:00Sonntag, 10. Juli 2016|Allgemein|