Geldstrafe für fahrlässige Tötung bei „Cold-Water-Challenge“

Die „Cold-Water-Challenge“, aus der kurze Zeit später die „Ice-Bucket-Challenge“ resultierte, sorgte im letzten Jahr für viel Aufsehen. Die dabei entstandenen Videos wurden dabei immer spektakulärer, bis zu einem Vorfall im Juli 2014, als ein Mann von einer Baggerschaufel erschlagen wurde. Ein Kegelclub wollte kurzfristig ein Video für die besagte Aktion drehen und sich mit einer Baggerschaufel voll Wasser begießen lassen. Das Gerät kippte jedoch auf die Gruppe, da es mit 1800 Litern deutlich überladen war. Alle Mitglieder der Gruppe wurden schwer verletzt, der 34-jährige Familienvater erlag diesen Verletzungen.

Das Amtsgericht Bocholt sprach nun in dem Strafverfahren gegen den Baggerführer das Urteil, welches ihn verpflichtet, 3.500 € an eine Stiftung für die Nervenkrankheit ALS zu spenden. Das Gericht schätzte die Schuld des Angeklagten als sehr gering ein, da er Teil der Gruppe war und das Video spontan entstehen sollte. Jedes andere Mitglied hätte ebenso der Fahrer sein können. Auch die Frau des Getöteten sprach sich für eine milde Strafe aus und pflegt nach wie vor ein freundschaftliches Verhältnis zu dem Angeklagten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Michael Kunze – Fachanwalt für Strafrecht (Jena)

2015-10-07T16:42:23+00:00Mittwoch, 7. Oktober 2015|Strafrecht|