Flugzeug einer Airline beinahe gepfändet

Auch wenn ein Schuldner rechtskräftig verurteilt wurde, einen gewissen Geldbetrag an einen Gläubiger zu erstatten, kommen dem noch längst nicht alle nach. Dies geschah auch einem Fluggast, der auf einem Flug von Wien nach Kuba eine 22-stündige Verspätung in Kauf nehmen musste. Nach der EU-Fluggastrechteverordnung stand ihm eine Entschädigung in Höhe von 600 € zu, die er auch in einem Titel erwirkte. Die verantwortliche Airline Condor verweigerte jedoch jegliche Zahlung.

Erst als der beauftragte Gerichtsvollzieher den Zugang zum Rollfeld einforderte, um einen Jet zu beschlagnahmen, zahlte die Schuldnerin anstandslos und begründete den Verzug mit Kommunikationsproblemen im Unternehmen. Das Oberlandesgericht Linz bestätigte auf Nachfrage das Vorgehen: Auch bei einer niedrigen Forderung von 600 € sei es zulässig, einen Gegenwert in zweistelliger Millionenhöhe zu pfänden, wenn kein geringerwertiger Gegenstand greifbar ist.

Manfred Leubecher

2016-05-01T12:14:52+00:00Sonntag, 1. Mai 2016|Reiserecht|