Fitnessstudio: Umzug rechtfertigt keine außerordentliche Kündigung

Dass Internet- und Telekommunikationsverträge bei einem Umzug fristlos gekündigt werden können, wenn am neuen Wohnort keine Versorgung stattfindet, ist bei den meisten Unternehmen üblich. Streitig sind häufig jedoch die Fälle, in denen mit einem Fitnessstudio ein Vertrag abgeschlossen wurde. Diese lassen sich nur aus wenigen Gründen, wie einer nachgewiesenen Krankheit oder bei Schwangerschaft außerordentlich kündigen. Im vorliegenden Fall wollte ein Zeitsoldat den Fitnessstudiovertrag kündigen, da er an einen anderen Standort versetzt wurde. Das Fitnessstudio Hannover akzeptierte die fristlose Kündigung nicht und verlangte offene Beiträge in Höhe von über 700 €.

Der Bundesgerichtshof gab dem Betreiber des Fitnessstudios Recht. Eine sofortige Beendigung des Vertrages wäre nur bei unzumutbaren Bedingungen möglich, argumentierte der XII. Zivilsenat. Der Kunde eines Fitnessstudios könne allein das Risiko eines Wegzuges einschätzen. Somit liege die Verantwortlichkeit alleine beim Kunden, wenn das Angebot des Fitnessstudios aufgrund einer Veränderung der persönlichen Verhältnisse nicht mehr in Anspruch genommen werden kann.

Manfred Leubecher

2016-05-08T20:49:01+00:00Sonntag, 8. Mai 2016|Zivilrecht|