Falscher Polizist muss sich vor Gericht behaupten

Die Karnevalszeit lädt zu Späßen der besonderen Art ein. Dass diese nicht immer straffrei sind, musste DJ Theo aus Düsseldorf am Rosenmontag in diesem Jahr erfahren. Er hatte sich ohne Wissen seines Freundes, der Polizist ist, dessen Uniform „ausgeliehen“ und legte damit in einem angesagten Club auf. Als er für eine Raucherpause vor die Tür trat, wurde er von mehreren Polizisten festgehalten und gezwungen, sich umzuziehen. Nun muss sich der DJ einem Strafverfahren vor dem Amtsgericht Düsseldorf wegen Titel- und Amtsmissbrauch stellen.

Sein Verteidiger argumentiert, dass der Angeklagte trotz offizieller Uniform deutlich von gewöhnlichen Polizisten abzugrenzen gewesen sei. Er hätte weder eine Mütze noch die charakteristische Uniformjacke und auch keine Pistole getragen. Fotos belegen dies ebenso wie den Auftritt mit aufgeknöpftem Hemd und langen Haaren. Der DJ entschuldigte sich im Verfahren, zur Zahlung einer Geldbuße ist er jedoch nicht bereit. Nun muss die Beweisaufnahme erfolgen.

Michael Kunze (Fachanwalt für Strafrecht – Jena)

2016-09-25T17:40:24+00:00Sonntag, 25. September 2016|Strafrecht|