Falsch eingestiegen – Keine Erstattungspflicht seitens des Fernbusbetreibers

Ein Hamburger Ehepaar buchte über ein Fernbusunternehmen eine Fahrt nach Hagen und zurück. Bei der Abfahrt stiegen sie jedoch in den falschen Bus, der sie stattdessen nach Hannover brachte. Dort fiel der Irrtum auf und der Busfahrer forderte sie auf, den Bus zu verlassen da keine gültige Fahrkarte vorlag. Das Ehepaar forderte das Unternehmen zur Erstattung des Fahrtpreises, der Mehrkosten zur Erreichung ihres Ziels und zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 50 % des Fahrtpreises auf. Der Fernbusbetreiber zahlte nicht, sodass das Ehepaar eine Klage beim Amtsgericht München einreichte.

Das Gericht wies die Klage jedoch mit der Begründung ab, dass die Kläger keinen Beförderungsvertrag für die irrtümliche Fahrt abgeschlossen hatten. Die gebuchte Fahrt nach Hagen hatte planmäßig stattgefunden, sodass das Unternehmen nicht verpflichtet sei, eine Zahlung zu leisten. Die Kläger träfe selbst die größte Schuld, dass sie in den falschen Bus gestiegen sind. Darüber hinaus sei kein Busfahrer verpflichtet, einen Reisenden mit falschem Ticket am Zustieg zu hindern.

Manfred Leubecher

2015-08-25T15:14:47+00:00 Dienstag, 25. August 2015|Zivilrecht|