„Enkelschaft“ ist nicht anfechtbar

Weil eine Frau nicht als Oma der Tochter ihres Sohnes gehandelt werden wollte, klagte sie auf ein Recht zur Anfechtung der „Enkelschaft“. Der Vater des Kindes eröffnete kurz vor seinem Tod ein Verfahren zur Anfechtung der Vaterschaft für das vierjährige Mädchen. Der BGH lehnte das Begehren der Großmutter ab, sodass sich diese an das Bundesverfassungsgericht wandte.

In der Entscheidung ließ das Gericht verlauten, dass familiäre Verbindungen zwar durch das Grundgesetz geschützt werden, daraus jedoch kein Recht zur Feststellung des Nichtbestehens einer solchen Verbindung abgeleitet werden kann. Das Recht zur Anfechtung ist ein höchstpersönliches Recht und daher für die Großmutter nicht gültig, zumal ihr keine persönlichen Nachteile entstehen würden. Auch wirtschaftliche Interessen, beispielsweise Erbschaften oder Unterhaltszahlungen spielen in der Argumentation keine Rolle.

Mario Hommel – Fachanwalt für Familienrecht (Mühlhausen)

2016-01-25T17:43:11+00:00Montag, 25. Januar 2016|Familienrecht|