Elterngeldanträge im Wert von fünf Millionen Euro – Polizisten vor Gericht

Mit einer findigen Geschäftsidee wollten zwei hessische Polizisten im letzten Jahr viel Geld verdienen – scheiterten jedoch an der Gesetzestreue ihrer Ehefrauen. Mithilfe von gefälschten Geburtsurkunden, Ausweisen und Steuerbescheiden stellten die Männer insgesamt 228 Elterngeldanträge. Für die Fotos verwendeten sie dabei falsche Bärte und Perücken, beim Ausfüllen der Anträge achteten sie darauf, keine DNA-Spuren oder Fingerabdrücke darauf zu hinterlassen.

Einer Sachbearbeiterin aus Celle fiel der Sozialbetrug auf, sodass die zwei Zahlungen, die tatsächlich erfolgt waren, schnell zurückgebucht wurden. Gefasst wurden die Polizisten letztendlich nur, weil eine Ehefrau des Täters die Polizei benachrichtigt hatte. Nun stehen die Angeklagten vor dem Landgericht Bochum, welches Ende August ein Urteil sprechen wird. Bei der Polizei sind die Täter mittlerweile nicht mehr beschäftigt.

Michael Kunze (Fachanwalt für Strafrecht – Jena)

2016-08-21T11:38:55+00:00 Sonntag, 21. August 2016|Strafrecht|