Ein Golf 6 für 1,50 € oder warum Preistreiberei nicht sinnvoll ist

Auf der Internetauktionsplattform E-Bay sind Schnäppchen nicht ungewöhnlich. Ebenso gängig, dafür aber verboten ist das Preistreiben durch manche Verkäufer, um einen höheren Verkaufspreis zu erzielen. Teuer wurde dies nun für einen Nutzer, der seinen Golf 6 versteigerte. Als der Preis nach zwei Geboten bei 1,50 € verblieb, griff er mit einem Zweitaccount ein und animierte einen Interessenten zu immer höheren Geboten, indem er selbst mitbot. Als dieser schlussendlich vom Verkäufer zuletzt überboten wurde, argumentierte er, dass er das Auto für 1,50 € erworben hätte, denn dies war sein letztes Angebot, bevor der Verkäufer einstieg. Der Verkäufer wimmelte den Mann mit der Begründung ab, dass das Auto bereits anderweitig verkauft sei. Daraufhin klagte der Bieter auf Schadenersatz.

Im Gegensatz zum Oberlandesgericht Stuttgart sah der Bundesgerichtshof den Bieter im Recht und sprach ihm den geforderten Schadenersatz in Höhe von 16.500 € zu. Der Preis von 1,50 € für einen Golf 6 sei nicht sittenwidrig, da die Plattform E-Bay bekannt für solche günstigen Schnäppchen ist. Somit ist der Bieter Eigentümer des Fahrzeuges geworden. Da dieses schon veräußert war, bekommt er nun den Schadenersatz.

Mario Hommel

2016-08-25T20:31:59+00:00 Donnerstag, 25. August 2016|Internetrecht|