Ehemann der Witwe darf in der Türkei bestattet werden

Hat ein Verstorbener keinen letzten Willen zum Verbleib seiner sterblichen Überreste niedergeschrieben, kann es durchaus zum Streit zwischen den Hinterbliebenen kommen. Über einen derartigen Fall musste nun das Amtsgericht München entscheiden. Der Verstorbene hatte 2011 seine Partnerin geheiratet, die aus der Türkei stammte. Diese wollte ihn nach seinem Tod in ihr Heimatdorf überführen lassen und dort beerdigen. Die Mutter des Verstorbenen versuchte dies mit einer einstweiligen Verfügung zu verhindern.

Das Gericht hob die Verfügung jedoch auf und gestattete eine Beerdigung im Sinne der Ehefrau. Zwar äußerte der Mann gegenüber seiner Mutter in der Vergangenheit, dass er eine Feuerbestattung im Familiengrab in München wünsche, darüber gab es allerdings keinen schriftlichen Nachweis. Gegenüber den Töchtern seiner Ehefrau hatte der Verstorbene jedoch auch den Wunsch geäußert, zusammen mit seiner Partnerin beerdigt zu werden. Das Gericht entschied, dass dieser Wunsch nicht im Widerspruch zu der Vorgehensweise der Mutter sprechen würde und gestattete der Ehefrau die Überführung.

Manfred Leubecher

2016-08-14T19:57:26+00:00Sonntag, 14. August 2016|Zivilrecht|