Dreharbeiten bei der Kreuzfahrt gelten als Reisemangel

Eigentlich hatte sich das Berliner Rentnerehepaar sehr auf die 26-tägige Kreuzfahrt von Vietnam nach Neuseeland gefreut. Diese buchten Sie bei einem Reiseunternehmen für insgesamt 11.080 € auf der „MS Amadea“. Doch von Entspannung konnte keine Rede sein, denn dem Paar war vorher nicht bekannt, dass das Schiff eine Kulisse für die beliebte Serie „Traumschiff“ war. Große Bereiche des Luxusliners, unter anderem auch das Promenadendeck waren dauerhaft gesperrt, zusätzlich fühlte sich das Paar durch die lauten Regieanweisungen durch das Megafon und durch das Hämmern an den Kulissen gestört.

Vor dem Amtsgericht Bonn klagten die Eheleute auf Reisepreisminderung und bekamen schließlich Recht. Im Vertrag einer ordnungsgemäßen Schiffsreise müsste ausgeführt sein, dass jederzeit alle Freizeitmöglichkeiten durch die Passagiere genutzt werden könnten. Mit dieser Begründung verurteilte das Gericht das Bonner Reiseunternehmen zu einer Zahlung von 1.022,76 € an die Kläger.

Mario Hommel

2016-01-16T15:42:27+00:00 Samstag, 16. Januar 2016|Reiserecht|