Der missgünstige Ex-Mann – gekappte Bremsschläuche

Weil ihr Mann über Jahre hinweg massenhaft Alkohol und Heroin konsumierte, verließ ihn seine Ehefrau. Immer wieder kam es zu Anfeindungen und Konflikten, da sich der Mann weigerte, an einer Suchttherapie teilzunehmen. Auch nach der Trennung belästigte er seine Ex-Frau und drohte mehrfach damit, sich umzubringen. Im April 2014 schnitt der Mann die Bremsschläuche seiner Ex-Frau durch, betonte vor Gericht allerdings, er habe sie nicht töten, sondern ihr nur Schaden zufügen wollen.

Die Staatsanwaltschaft plädierte dennoch auf versuchten Mord. Das Gericht folgte jedoch der Argumentation des Angeklagten und verurteilte ihn lediglich wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Zusätzlich muss der Angeklagte an einer Suchttherapie teilnehmen. Sowohl die damalige Auswirkung des Drogenkonsums als auch die Tatsache, dass das Opfer die durchtrennten Bremsschläuche vor der Fahrt bemerkte, wirkten sich strafmildernd aus.

Michael Kunze (Fachanwalt für Strafrecht – Jena)

2015-08-10T20:29:06+00:00Montag, 10. August 2015|Strafrecht|