Chefarztbehandlung ist verbindlich

Vereinbart ein Patient im Krankenhaus vor einer Operation, dass diese nur vom Chefarzt durchgeführt werden soll, so ist diese Absprache verbindlich, entschied der Bundesgerichtshof. Im vorliegenden Fall sollte ein Mann vom Chefarzt der Klinik an seiner Hand operiert werden. Entgegen der Vereinbarung wurde die Operation jedoch vom stellvertretenden Oberarzt durchgeführt. Da der Patient nach dem Eingriff Komplikationen verspürte, klagte er gegen das Krankenhaus, da aus seiner Sicht eine Operation durch den Chefarzt erfolgversprechender gewesen wäre.

Entgegen den Entscheidungen der vorigen Instanzen gab der Bundesgerichtshof dem Kläger Recht. Ein Gutachter hatte zwar festgestellt, dass die Operation so fehlerfrei durchgeführt wurde, wie sie auch der Chefarzt betreut hätte, dennoch sei der Eingriff rechtswidrig gewesen. Die geschlossene Vereinbarung ist bindend gewesen, daran ändere auch nichts, dass der Patient unmittelbar vor der Operation notgedrungen der Behandlung durch den stellvertretenden Oberarzt zustimmen musste. Das Oberlandesgericht Koblenz wird den Fall nun neu verhandeln.

Mario Hommel (Fachanwalt für Medizinrecht – Mühlhausen)

2016-08-18T20:21:49+00:00Donnerstag, 18. August 2016|Medizinrecht|