Bewährung für Fahrerin nach Unfall durch Handynutzung

Immer häufiger geschehen Autounfälle, weil der Fahrer am Steuer Nachrichten schreibt oder Apps nutzt. Auch eine 19-jährige Fahrerin verursachte 2014 so einen Unfall, bei dem sie aus Unachtsamkeit zwei Radfahrer ungebremst überfuhr, von denen einer starb und einer schwer verletzt wurde. Nachdem sie den Aufprall und die Schäden am Fahrzeug bemerkte, fuhr sie jedoch ohne auszusteigen weiter. Nun wies der Bundesgerichtshof die Revision der Staatsanwaltschaft nach dem Urteil des Landgerichts Stuttgart.

Dieses hatte die Fahrerin wegen versuchten Mordes zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt, der Staatsanwaltschaft reichte das jedoch nicht. Die Richter argumentierten jedoch, dass bei der Frau eine gewisse geistige Unreife festzustellen sei, sodass eine härtere Verurteilung nicht infrage kommen würde. Das Urteil ist durch die abgewiesene Revision rechtskräftig geworden.

Michael Kunze (Fachanwalt für Strafrecht – Jena)

2016-08-06T17:56:43+00:00Samstag, 6. August 2016|Strafrecht|