Besichtigungsgebühr als Maklertrick?

Am 1. Juni 2015 wurde die viel diskutierte Rechtsreform im Immobilienrecht in Kraft gesetzt. Dadurch wurde unter anderem Maklern untersagt, ihre Kosten den Mietern bzw. Mietinteressenten aufzuerlegen. Die Gebühren müssen nun von den Vermietern getragen werden. Dennoch versuchen viele Makler, diese Regelung zu umgehen und nutzen dabei die Wohnungsknappheit in Großstädten aus.

Nun hat der Mieterverein Stuttgart einen Immobilienvermittler verklagt, der von Mietinteressenten je 35 € verlangte, wenn diese die gegenständliche Wohnung besichtigen wollten. Der Mieterverein wirft dem Beklagten vor, mit dieser Gebühr die Reform aus dem letzten Jahr umgehen zu wollen. Dieser behauptet jedoch, dass er in den Fällen der Wohnungsbesichtigung lediglich als Dienstleister gehandelt hat. Vertragsverhandlungen habe er jedoch nicht geführt, weswegen seine Tätigkeit nicht unter das Wohnungsvermittlungsgesetz fallen würde.

Heute fand der erst Verhandlungstag statt, eine Entscheidung ist jedoch erst in einigen Tagen zu erwarten.

Michael Kunze

2016-05-02T18:29:45+00:00Montag, 2. Mai 2016|Mietrecht|