Bei Stipendium: Keine steuerliche Berücksichtigung von Werbungskosten

Das Finanzgericht Köln entschied kürzlich in einem Verfahren über Stipendiumsleistungen, die als vorweggenommene Werbungskosten bei der Steuererklärung geltend gemacht wurden. Ein Rechtsanwalt hatte vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst 22.000 € von 30.000 € für sein Stipendium für das Aufbaustudium zum Master of Laws in den USA erhalten. In seiner Steuererklärung machte er jedoch den Gesamtbetrag als vorweggenommene Werbungskosten geltend. Er argumentierte, dass diese Leistung ähnlich wie Unterhaltszahlungen der Eltern anzusehen seien und im vollen Umfang abziehbar wären.

Das Finanzamt lehnte dies ab, sodass der Student Klage einreichte. Die Richter folgten allerdings der Argumentation des Finanzamtes. Lediglich die 8.000 €, die der Deutsche Akademische Auslandsdienst nicht übernommen hatte, können als Werbungskosten geltend gemacht werden. Der Student trug keine Belastungen im üblichen Sinne, wenn ihm das Studium im Ausland finanziert wurde. Ob die Stipendiumsleistungen steuerbar sind, ist dabei unerheblich. Der Kläger hat die Möglichkeit, gegen dieses Urteil Revision zum Bundesfinanzhof einzulegen.

Manfred Leubecher

2016-09-04T11:29:09+00:00Sonntag, 4. September 2016|Andere Rechtsgebiete|