Auseinandersetzung rechtfertigt keine fristlose Kündigung der Wohnung

Wenn rechtsgültige Verträge zwischen Familienmitgliedern geschlossen werden, kann es im Streitfall durchaus ungemütlich werden. Dies musste auch ein Vermieter erfahren, der das bereits seit 30 Jahren bestehende Mietverhältnis mit seinem Sohn nach einer Auseinandersetzung kündigen wollte. Er behauptete, dass dieser ihn beleidigt und geschlagen hätte, konnte dies jedoch nicht beweisen. Als sein Sohn sich weigerte auszuziehen, reichte der Vater eine Räumungsklage ein, bekam jedoch kein Recht.

Die Richter des Landgerichts Köln argumentierten, dass es für den Vater nicht unzumutbar sei, die ordentliche Kündigungsfrist abzuwarten, zumal eine Körperverletzung durch den Sohn nicht nachgewiesen werden konnte. Deutlich jedoch war das aggressive Verhalten des Vaters gegenüber der Lebensgefährtin des Sohnes, welches dem Streit vorausging und die Richter in die Urteilsfindung mit einbezogen. Der Vater hatte die Frau beleidigt und damit gedroht, sie die Treppe hinunterzuwerfen.

Manfred Leubecher

2016-07-01T19:04:58+00:00 Freitag, 1. Juli 2016|Mietrecht|