Aufzug darf nicht ausgebaut werden – Rentnerin gewinnt vor Gericht

Seit 1976 wohnte die Rentnerin im vierten Stock eines Mehrfamilienhauses in München und nutzte seit dem Einzug den eingebauten Aufzug im Wohnhaus. Dieser erfüllte seit Januar 2015 die Bedingungen des TÜVs nicht mehr und konnte nicht mehr genutzt werden. Da die Mieterin mit 82 Jahren und einer Schwerbehinderung von 100 % nicht mehr mobil ist, war es ihr nicht mehr möglich, die Wohnung zu verlassen. Sie kürzte erst die Miete um die Hälfte und klagte schließlich vor dem Amtsgericht München, als der Vermieter den Fahrstuhl komplett ausbauen ließ.

Das Gericht gab der Rentnerin recht und argumentierte, dass der Aufzug zum Zeitpunkt des Einzugs Bestandteil des Hauses war und damit auch zum mietvertraglich vereinbarten Zustand der Mietsache gehören würde. Der Vermieter wurde durch das Gericht verurteilt, wieder einen Aufzug mindestens bis in das Stockwerk der Klägerin einzubauen.

Michael Kunze

2016-04-17T18:17:03+00:00Sonntag, 17. April 2016|Mietrecht|