Arbeitnehmer darf nicht uneingeschränkt versetzt werden

In vielen Arbeitsverträgen haben sich Arbeitgeber ein Versetzungsrecht gesichert, wonach sie den betreffenden Mitarbeiter an einer anderen Arbeitsstätte einsetzen dürfen. Dass dies nicht unbegrenzt möglich ist, entschied das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein im Falle eines dreifachen Familienvaters. Dieser klagte gegen die Entscheidung seines Arbeitgebers, ihn auf einer Baustelle in Ludwigshafen einzusetzen, ca. 650 km vom Wohnort entfernt.

Das Gericht gab dem Kläger recht. Auch wenn das Versetzungsrecht im Arbeitsvertrag geregelt ist, muss der Arbeitgeber vorab eine Sozialauswahl treffen und den am wenigsten schutzwürdigen Mitarbeiter versetzen. Eine Rolle spielen dabei familiäre Verhältnisse und die Interessen der Arbeitnehmer. Im vorliegenden Fall war jedoch keine Abwägung getroffen worden. Rechtskräftig ist das Urteil allerdings noch nicht.

Manfred Leubecher (Rechtsanwalt für Arbeitsrecht)

2015-09-15T18:12:48+00:00Dienstag, 15. September 2015|Arbeitsrecht|